RNE aktuell: Empfehlungen zum Energiesystem ++ Fazit HLPF ++ Jahreskonferenz 29.9. ++ Start Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
sind unsere aktuellen Strategien und Instrumente zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft innerhalb der planetaren Grenzen richtig und hinreichend? Diese Frage müssen wir uns vor dem Hintergrund geopolitischer, sozialer, ökonomischer und ökologischer Entwicklungen ganz grundlegend stellen. Kann etwa eine Klimapolitik, die eine Vielzahl an Maßnahmen hervorgebracht und auch Umsetzungserfolge vorzuweisen hat, als „Erfolg“ bezeichnet werden, wenn der Trend der Keeling-Kurve seit Jahrzehnten ungebrochen ist? Kann ein „more of the same“ eine Veränderung hervorbringen, oder ist dies eher ein Beispiel für „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, …“?
Der RNE hat bereits 2025 mit „Nachhaltigkeit weiterdenken“ aufgezeigt, dass ein „Weiter-so“ mit Blick auf die Zielerreichung der nachhaltigen, zukunftsfähigen Entwicklung nicht erfolgversprechend ist, nicht in Deutschland, nicht in Europa und nicht weltweit. Der Rat hat vielmehr empfohlen, viel stärker in die Grundlagen der staatlichen Handlungsfähigkeit, in Souveränität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Ausgleich sowie in den faktenbasierten Diskurs zu investieren. Viele dieser nicht nur vom RNE vorgebrachten Empfehlungen setzt die Bundesregierung zumindest in Ansätzen bereits um. Und wir ermutigen ausdrücklich, diesen Weg der Reformen weiterzugehen.
Wir möchten aber auch dazu ermutigen, den angestoßenen Veränderungen mehr Dynamik zu verleihen und die inhärente Trägheit politischer Entscheidungen und deren Umsetzung zu überwinden. Ansatzpunkte dafür sind etwa der Abbau der Fragmentierung zwischen und innerhalb der politischen Ebenen (EU, Bund, Länder und Kommunen), eine Entflechtung des Dschungels an Förderinstrumenten und Subventionen sowie die Stärkung des beiderseitigen Vertrauensverhältnisses zwischen Staat und Bürger*innen.
Am 29. September veranstalten wir unsere 25. Jahreskonferenz und stellen diese unter das Motto „Zukunft gewinnen“. Dort werden wir einzelne Hebel zur Dynamisierung der nachhaltigen Entwicklung genauer unter die Lupe nehmen. Wir sind gespannt auf die Rede des Bundeskanzlers, auf seine Ideen und Vorschläge, wie Nachhaltigkeit zum Kompass für Wachstum wird. Details zur Jahreskonferenz in diesem Newsletter und immer aktuell online: 25. Jahreskonferenz des RNE.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und freue mich auf ein Treffen am 29. September in Berlin,
Ihr Gerald Haug, RNE-Vorsitzender

|
|
|
Neues aus der Ratsarbeit
Der RNE spricht sich in einer Stellungnahme für einen entschlossenen Umbau des Energiesystems aus und plädiert für ein sektorübergreifendes Elektrifizierungsziel und schnelleren Ausbau der Energieinfrastruktur: Ein modernes Energiesystem sei eine zentrale Grundlage für industrielle Wertschöpfung, gesellschaftliche Stabilität und die Handlungsfähigkeit Deutschlands. Der RNE unterstreicht, dass bei der bereits anlaufenden Modernisierung Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz zusammen gedacht werden müssen. Eine große Rolle spiele die intelligente Elektrifizierung der Energieversorgung wo immer möglich, und wo immer nötig ergänzt durch klimaschonende Energieträger wie Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe und Biogas. Zur Stellungnahme
In seinen Empfehlungen zum Aktionsplan „Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland“ begrüßt der RNE den Anspruch einer Konkretisierung, um die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung zu beschleunigen, fordert aber mehr strategische Verzahnung und Relevanzsteigerung. Die Missionen müssen stärker an der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) und den Off-Track-Indikatoren ausgerichtet werden, um drängende Zielabweichungen zu adressieren. Zu den RNE-Empfehlungen
Die Agenda 2030 bleibt ein gemeinsamer Rahmen – aber vier Jahre vor 2030 reicht ein „Weiter so“ nicht mehr. Das ist eine zentrale Botschaft des diesjährigen UN High-level Political Forum on Sustainable Development (HLPF), bei dem der RNE auch in diesem Jahr wieder vertreten war. Die Weltgemeinschaft steht vor einer doppelten Aufgabe: Die Umsetzung der SDGs deutlich beschleunigen, und gleichzeitig den Rahmen für die Zeit nach 2030 vorbereiten. Hier geht es zum Bericht und zum Fazit von Ratsmitglied Kai Niebert.
Die 15. Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit starten am 18. September. Eintragungen sind jetzt und im Zeitraum bis 8. Oktober möglich. Teilnehmende sind automatisch auch Teil der Europäischen Nachhaltigkeitswoche. Alle Angebote der Nachhaltigkeitstage finden Sie auf unserer Deutschlandkarte. Das Jubiläum begehen wir zusammen mit dem 25. Geburtstag des RNE: Am 29. September findet zum 25. Mal die RNE-Jahreskonferenz im Berliner Radialsystem statt. Ein Jubiläum, das wir nutzen, um kurz zurück, vor allem aber nach vorne zu schauen: Wie leben, arbeiten und wirtschaften wir morgen? Wie gewinnen wir Zukunft? Und was braucht die nächste Generation? Bundeskanzler Friedrich Merz sowie hochrangige Gäste aus Politik, Wissenschaft und Praxis diskutieren diese Fragen. Anmeldungen sind noch bis 20. September möglich.
|
|
|
Unsere Ratsmitglieder im Gespräch
Der eigentliche Hebel für nachhaltige Transformation liegt weniger in neuen Gesetzen als in verlässlichen Finanzierungsstrukturen. Und die entstehen, wenn Wirtschaft, Finanzsektor und Politik klug zusammenarbeiten. Das war das Thema beim Sustainable Finance Forum Leipzig unter der Schirmherrschaft des RNE. Ratsmitglied Katrin Leonhardt betonte, dass Finanzierung dann zum Hebel für die Transformation wird, wenn mutige Investitionen auf verlässliche Rahmenbedingungen treffen. Weiterlesen
Ratsmitglied Mark Lawrence schreibt in seinem Editorial für die Reihe "Zur Sache" des Deutsches Klima-Konsortium e.V. über die Agenda 2030+. Er beleuchtet dabei drei zentrale Punkte, die mit Blick auf die Gestaltung einer Nachhaltigkeitsagenda beachtet werden sollten – vor allem mit dem Ziel, die wissenschaftliche Gemeinschaft zu einer anhaltenden und verstärkten Unterstützung der Nachhaltigkeitsbemühungen der Vereinten Nationen zu ermutigen. Weiterlesen
Außerdem äußert sich Mark Lawrence in seinem Videostatement auf dem "Presseportal" zur Frage, wie CO2-Kompensation wirklich zum Klimaschutz beitragen kann: Was braucht CO2-Kompensation um echter Klimaschutz zu sein?
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt Ratsmitglied Stefan Bayer zu den Themen neuer Wehrdienst, Kaserneninfrastruktur und (knapp) zur Rolle privaten Kapitals zur Steigerung der Verteidigungsfähigkeit: Es bleibe weiterhin eine große Herausforderung, Deutschland und Europa resilienter zu machen. Geld allein werde dabei nicht reichen - energetische und produktionstechnisch erforderliche Ressourcen und Menschen müssten stets mitgedacht werden. Weiterlesen
|
|
|
"Die Debatte um „Beyond 2030“ muss mehr als die Nachspielzeit einer internationalen Agenda sein. Sie sollte den Beginn eines neuen Verständnisses markieren, wie wir globale Interdependenz politisch gestalten."
Ratsmitglied Prof. Dr. Kai Niebert
|
|
|
Aktuelle Veröffentlichungen des Rates
|
|
|
Modernisierung des Energiesystems als Standortfaktor und Gemeinschaftsprojekt
Wie Deutschland Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz zusammenbringen kann – Stellungnahme des Rates für Nachhaltige Entwicklung; Berlin, 15. September 2026
Datei herunterladen
|
|
|
Empfehlungen des RNE zum Aktionsplan „Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland“
Berlin, 31. August 2026
Datei herunterladen
|
|
|
Hör- und Leseempfehlungen
Der RNE hat den gesellschaftlichen Zusammenhalt 2024 als wichtige Grundlage nachhaltiger Entwicklung beschrieben und dabei die Bedeutung der Arbeitswelt sowie der kommunalen Ebene hervorgehoben. Der WGBU fügt dem nun mit seinem Webinar „Gesellschaftlicher Zusammenhalt stärkt Sicherheit“ einesicherheitspolitische Perspektive hinzu. Weitere Informationen zum Webinar
Wenn Versicherungen Wohngebäude nicht mehr versichern, drohen Zwangsvollstreckungen und wirtschaftliche Folgeschäden für ganze Regionen. Eine Studie der New York University und der University of British Columbia untersucht, wie klimabedingte Nicht-Verlängerungen von Gebäudeversicherungen in den USA Zwangsversteigerungen auslösen und lokale Immobilienwerte, Einzelhandelsumsätze sowie Wohneigentumsquoten belasten – mit besonders gravierenden Folgen für sozial vulnerable Bevölkerungsgruppen. Weiterlesen
Wie sehr prägt die Transformation zu einer nachhaltigeren Gesellschaft schon Politik, Wirtschaft und den Alltag der Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen auf diesen Wandel? Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation zeigt: Auf der einen Seite besteht weiter eine breite grundsätzliche Unterstützung für Klimaschutz und andere Maßnahmen. Auf der anderen Seite gerät die Zustimmung zur konkreten Gestaltung der Transformation zunehmend unter Druck. Weiterlesen
Der Klimawandel, der Verlust der Biodiversität und die zunehmende weltweite Verschmutzung sind zentrale Sicherheitsrisiken, sie gefährden Menschen, Gesellschaften und die globale Staatengemeinschaft. Es ist daher dringend geboten, sie in nationale wie internationale Sicherheitsstrategien einzubinden. Zum Teilgutachten des WBGU: "Umwelt prägt Sicherheit"
|
|
|
|
|
25. Jahreskonferenz des RNE
Es ist bald soweit!
Am 29. September 2026 findet die Jubiläumsausgabe der RNE-Jahreskonferenz im Radialsystem in Berlin statt. Melden Sie sich noch bis zum 20. September über unsere externe Veranstaltungswebseite an.
Zur Anmeldung
|
|
Aktuelle Veranstaltungen
Die wichtigsten Termine für Nachhaltige Entwicklung
|
|
|
|
|