Kinder stellen viele Fragen, auf die Fachkräfte oder Grundschullehrkräfte nicht sofort eine Antwort wissen. Für die frühe naturwissenschaftliche Bildung sowie für die Sachunterrichtsgestaltung kann sich das anspruchsvoll anfühlen. Wir zeigen in unseren Fortbildungen Wege, wie Sie mit Ihrem pädagogischen Repertoire gemeinsam mit Kindern ins Forschen kommen.
3 Meinungen aus der Forscherstation auf die Frage: "Muss ich die Antwort auf eine Kinderfrage selbst kennen?"

"Wenn Kinder uns Fragen stellen, sind sie oftmals nicht nur auf der Suche nach der direkten Antwort, sondern wollen sich selbst mehr mit einem Thema beschäftigen. Dementsprechend ergeben sich nach dem Beantworten meist noch viele weitere Fragen. Sich gemeinsam auf die Suche zu machen, nach Antworten, geeignetem Material, nach Büchern in denen man Nachlesen und Nachschauen kann, ermöglicht vielfältige Selbstwirksamkeitserfahrungen. Ermutigend ist für sie außerdem zu sehen, dass auch Erwachsene nicht auf alles eine direkte Antwort haben. Die gemeinsame Suche nach den Antworten stellt somit eine schöne Möglichkeit dar, Bindungssituationen im Alltag zu gestalten." (Maike Baumann)
 "Nein! Da dürfen Sie entspannt sein und auch mal sagen: "Hmm, gute Frage, weiß ich aber auch nicht!“
Fragen sind Ausdruck von einem weitergehenden Interesse und verlangen nicht immer sofort nach einer allgemeingültigen Antwort. Eine unbeantwortete Frage kann ein Gewinn für alle sein. Sie arbeitet in den Kindern weiter und will beantwortet werden. Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass Kinder ihre Fragen offen stellen. Bestärken Sie Ihre Schüler:innen darin, sich mit Fragen einzubringen, z.B. indem Sie sie in einer Fragebox über einen begrenzten Zeitraum gezielt sammeln.
Das ist ein großer Schatz für Sie, den Sie am Anfang einer Unterrichtseinheit wieder hervorholen können. Machen Sie die Suche nach einer Antwort zur gemeinsamen Sache! Sie sind Begleiter:in und können ihr eigenes Fachwissen nutzen, um Orientierung zu geben. Die Schüler:innen gestalten den Prozess aktiv mit!" (Anne Niemietz)

"Nein! Das können und müssen wir auch gar nicht. Fragen können für Kinder auch "Kontaktanfragen" oder "Einstiegs-Impulse" in ein Thema sein. Mit einer gut gemeinten Antwort wäre das Interesse vielleicht schon abschließend bedient. Doch gerade in der Kita haben wir die Freiheit den Fokus auf den Prozess legen zu können. Sich selbst als Mit-Forschende mit den Kindern mit der Frage auseinanderzusetzen ist für mich ein wertvoller Bestandteil meiner Professionalität. Mit dieser forschenden Grundhaltung werden Sie auf dem Weg zu einer Antwort noch mehr Fragen stellen:
- Was vermutet ihr?
- Wie können wir das herausfinden?
- Können wir es einfach ausprobieren?
- Was können wir dabei beobachten?
Kinder brauchen weniger einen Erklärbär, als vielmehr pädagogische Fachkräfte, die gemeinsam mit ihnen auf die Suche gehen - nach Antworten - oder eben noch mehr Fragen." (Isabell Kampa) |