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vom 8. August 2026 für die 33. Woche
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Das Quiz • Andere Zeiten erleben • Eine Frage, Frau Ruppert • Leserinnenbild • Der andere Ort • Rückspiegel • Lied der Woche
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Liebe Leserin, lieber Leser,
gestern Morgen habe ich mir Zeit für einen Umweg genommen. Ich möchte mich an ihren Anblick gewöhnen, den Anblick von Hamburgs neuer »Monsterbrücke«, der Sternbrücke in Altona, die an ein Walskelett erinnert. Sie ist 21 Meter hoch und schrumpft Gründerzeithäuser und Neubauten ringsum optisch.
Denkmalschützer:innen und Anwohner:innen hatten gegen den Abriss der alten Stahlbrücke und einen Neubau viele Jahre fantasievoll protestiert und Gegenvorschläge gemacht. Doch sie hatten sich vor Gericht nicht durchsetzen können. In den Kasematten unter der Brücke ansässige Clubs mussten weichen, Häuser wurden abgerissen, Bäume gefällt.
Sieben Jahre lang plante Bauingenieurin Janna Widmaier (36) das spektakuläre Projekt mitten in der Zwei-Millionen-Metropole Hamburg federführend. Die Brücke wurde 500 Meter von ihrem Einsatzort entfernt gebaut und mit einem »Tausendfüßler« Ende letzter Woche auf der extra dafür höher gelegten Straße an ihren Platz gerollt und geschwenkt, teilweise 40 Zentimeter an den Häusern vorbei. Die Bewohner:innen waren zuvor evakuiert worden. Die Aktion zog Hunderte Schaulustige an, die bis in die frühen Morgenstunden ausharrten. Ein Kollege verglich die Aktion mit einer »Mondlandung mitten in Altona«. Als diese vollbracht war, sagt Janna Widmaier, dass ihr das Wort »unglaublich« nicht mehr aus dem Kopf gegangen sei.
Die Bauarbeiten gehen unterdessen weiter: Die Schienen werden verlegt, die Oberleitungen gebaut. In knapp vier Wochen sollen wieder rund 1000 S-Bahnen und Züge pro Tag über die Brücke rollen. Die ist, anders als ihre Vorgängerin, nicht mehr auf Stützen gebaut. Das gibt mehr Platz auf der Straße, auch für einen Radweg.
Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Was hätte alles passieren können? Doch es hat geklappt! Das ist für mich ein Meilenstein, der ermutigt – auch wenn ich Kritik und Bedenken nachvollziehen kann. Kennen Sie Erfahrungen aus Ihrem Leben, in denen Sie etwas gewagt haben, das mit größtmöglichem Risiko einherging und am Ende gelungen ist? Schreiben Sie uns gerne unter newsletter@anderezeiten.de. Ein Kommentar unter einem Bericht lautete übrigens »Janna Widmaier for president«. Wenn das nix ist.
Ich wünsche Ihnen einen erfrischenden Sonntag!
Ihre
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Sabine Henning Redakteurin Andere Zeiten e.V.
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DAS QUIZ
Warum gilt der heilige Laurentius, dessen Gedenktag der 10. August ist, als Heiliger der Armen?
A) Er backte Brot und verteilte es an Notleidende. B) An heißen Tagen ließ er für Menschen, die auf der Straße lebten, Brunnen aufstellen. C) Er verteilte den Kirchenschatz an die Mitglieder der Gemeinde. D) Er hielt Benachteiligte für den wahren Schatz der Kirche.
(Für die Auflösung ganz nach unten scrollen)
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IM GESPRÄCH
Eine Frage, Frau Ruppert ...
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Christine und Oliver sitzen auf ihrer Couch. Ilona schneidet Kuchen in ihrer Küche. Szenen, die für diese Menschen nicht selbstverständlich sind, denn sie haben über viele Jahre auf der Straße gelebt. Die Fotografin Debora Ruppert porträtiert in ihrer Ausstellung »HOME STREET HOME« Menschen, die nach ihrer Obdachlosigkeit in einer eigenen Wohnung leben. Ihre Bilder zeigt sie an politischen Orten wie dem Bundestag, dem Abgeordnetenhaus und der Senatsverwaltung, in Galerien und in Kirchengemeinden.
Wie ist die Reaktion auf Ihre Bilder?
Die Menschen auf den Bildern sind meistens sehr stolz. Das liegt auch daran, dass nur veröffentlicht wird, wer das ausdrücklich will. Jede Person sieht ihr Bild schon während des Shootings, bekommt beim nächsten Treffen einen Abzug und entscheidet erst dann. Bei Ausstellungen stehen manche die ganze Zeit neben ihrem Bild. Ich habe versucht, die Ausstellungen immer in politische Räume zu bringen, weil ich möchte, dass sie etwas bewirken. Ich habe mich gefragt: Wer kann für Menschen auf der Straße etwas verändern? Das sind Politiker:innen, die Gesetze erlassen und Gelder bewilligen, die Medien, die unser Bild von Obdachlosigkeit prägen, die Sozialarbeitenden, die die Menschen täglich begleiten. Und natürlich die Menschen selbst, die ihre Erfahrungen einbringen können.
Wie hat sich Ihr Blick auf Menschlichkeit und das Miteinander verändert?
Ich habe das Gefühl, dass der größte Schatz und die größte Chance auf Heilung im Miteinander liegen, in der Begegnung. Ich habe erlebt, dass der Weg auf die Straße oft mit sozialer Isolation verbunden ist. Und bei den Menschen, die den Weg wieder heraus geschafft haben, stand am Anfang immer der Wiederaufbau einer zwischenmenschlichen Beziehung. Das kann die Beziehung zu einem Sozialarbeiter sein oder zu einem Familienmitglied. Aber am Anfang steht immer eine ausgestreckte Hand und der Kontakt zu anderen Menschen. Bei »HOME STREET HOME« war mir außerdem eine partizipative Arbeitsweise wichtig. Die Menschen konnten sich selbst in Situationen porträtieren, die etwas zeigen, was sie wieder erleben können, seit sie eine eigene Wohnung haben. Jenny hat sich beim Schlafen fotografiert, Chris beim Salatschneiden, weil er wieder selbst gesund für sich sorgen kann. Maria hat sich mit ihrem Skateboard gezeigt, weil sie wieder skatet.
In vielen Ihrer Projekte lenken Sie den Blick auf die individuellen Schicksale hinter der Obdachlosigkeit. Was machen diese Themen mit Ihnen?
Die Straße hat so etwas Direktes, Rohes, Ehrliches. Ich glaube, weil Menschen oft so am Boden sind, müssen sie nicht mehr so viele Masken aufziehen, um sich zu verstecken. Dadurch, dass ich in der Schule viel Mobbing erlebt habe, fühle ich mich zu Menschen, die am Rand stehen oder nicht dazugehören, hingezogen und kann mich mit ihnen identifizieren. Natürlich ist Mobbing nicht das Gleiche wie Obdachlosigkeit, aber beides sind Randerfahrungen. Dieses Gefühl: Du gehörst nicht dazu, du bist hier nicht erwünscht.
Obdachlosigkeit und Armut sind keine leichten Themen. Was gibt Ihnen Hoffnung?
Hoffnung geben die individuellen Geschichten: Menschen, die Solidarität zeigen, die jemandem die Hand reichen und mit anderen Schritte gehen. Das sind zwar keine rosaroten Hollywood-Geschichten, aber es sind kleine Wunder, die unterwegs passieren. Wenn das gesellschaftliche Klima gerade umschlägt, dann ist es jetzt erst recht wichtig, diese Geschichten zu erzählen und sichtbar zu machen. In der Hoffnung, dass sie das Herz von Menschen erreichen.
Eine Kalenderseite des Anderen Advent, den Sie hier vorbestellen können, zeigt berührende Bilder aus der Serie »HOME STREET HOME«.
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LESERINNENBILD DER WOCHE
»Mein Foto des Sommers«
DANK AN UTE FINK
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ANDERE ZEITEN ERLEBEN Unser neues Geschichtenbuch Famos! ist in den Druck gegangen. Drucker André Brunke vom Druckzentrum Neumünster hat dafür die Maschinen eingerichtet und die Farben geprüft. In dem Buch haben wir erstaunliche Geschichten für Sie gesammelt, alte Legenden und kurze Erzählungen mitten aus dem Alltag. Illustratorin Luisa Jung hat die Texte in atmosphärisch dichte Bildwelten gesetzt oder sie augenzwinkernd weitergeführt. Sie können Famos! ab sofort hier vorbestellen.
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Was wären wir ohne ihn? Was ohne die Blumen, mit denen Frank Raithel jeden Mittwoch den Tisch für unsere Teamandacht dekoriert? Was wären wir ohne die Sorgfalt, mit der er alles in unseren beiden Häusern und im Garten im Blick hat? Darunter auch Igel, Schneeglöckchen und Eiszapfen. Zehn Jahre ist Frank jetzt schon bei uns. Wir sagen Danke!
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LIED DER WOCHE Wenn ich mich kraftlos fühle, höre ich den Track The Calling von Shannon Lay. Er erzählt vom Licht, das durch alles scheint, hinter allem ist, auch wenn wir es an manchen Tagen nicht wahrnehmen. Die Folk- und Punksängerin aus Kalifornien hat irische Vorfahren. Und das hört man auch ihrem gerade erschienenen Album »Past the Veil« (Hinter dem Schleier) an.
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DER ANDERE ORT PARK WÖRLITZ
VON MAREN BULTMANN
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In Wörlitz bei Dessau erschuf Fürst Franz von Anhalt-Dessau den ersten Landschaftspark nach englischem Vorbild. Es ist ein sehr weitläufiger Park. Es gibt viel Wasser und viele Brücken, jede ist anders. Und es gibt kunstvoll geplante Sichtachsen und Blickbeziehungen, verschiedene Tempel, Statuen und sogar einen künstlichen Vulkan. Der Park war von Anfang an auch für die Untertanen des Fürsten zugänglich.
Für den Park muss man sich Zeit und Ruhe nehmen. Dann kann man viele »Aha-Erlebnisse« erfahren: Manches scheint ganz nah und ist doch unerreichbar. Manches kann man aus großer Entfernung sehen und sich wundern, warum man es überhaupt sieht. Oder man läuft viele Kurven, ohne es wirklich wahrzunehmen, und wundert sich, wo man auf einmal ist. Hier wurde sehr durchdacht mit Perspektive, Blickachsen und ähnlichem geplant und gestaltet. All dies sollte auch Situationen im Leben symbolisieren und Erkenntnisse schaffen.
Welche Orte erfahren Sie als Glücksorte, Kraftquellen oder Trostplätze? Welche Orte, an denen sich anderes ereignet, begegnen Ihnen auf Reisen oder im Alltag? Wir möchten in dieser Rubrik gern Ihre Orte veröffentlichen: Schicken Sie uns bitte ein Foto mit genauer Ortsangabe an newsletter@anderezeiten.de und schreiben Sie uns ein paar Zeilen dazu, was diesen Ort für Sie besonders macht.
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RÜCKSPIEGEL
Im Newsletter der vergangenen Woche berichtete Ulrike Berg von dem Wasserschaden in ihrem Haus und fragte danach, ob Sie in diesem Sommer auch unerwartet Hilfe bekamen.
Marlene Gadermann schrieb uns dazu:
Da wir immer noch einen kleinen Gemüsegarten haben, in dem unter anderem schöne Bohnen wachsen − in diesem Jahr sind a l l e gesetzten Bohnen aufgegangen, was nicht oft vorkommt − stellten wir fest, dass genau diese Bohnen in der Zeit unseres Urlaubs den richtigen Reifegrad zum Ernten haben würden. Schweren Herzens hatten wir uns schon damit abgefunden, dass es nur Suppenbohnen geben würde, als sich eine Freundin anbot, die Bohnen zu ernten und einzufrieren. Wir freuen uns sehr über diese helfende Geste.
Wir sind immer wieder positiv überrascht, wie aufmerksam Sie unseren Newsletter lesen! So war die Zuschrift von Sigrid Harendza eine von mehreren, die uns auf einen Fehler im Hinweis zum Leserinnenbild der Woche aufmerksam machten. Darin hatten wir geschrieben, dass es sich bei den abgebildeten Vögeln um Trottellummen handelte.
Vielen Dank für den inspirierenden Newsletter und vor allem für das Foto von Helgoland, das bei mir gleich schöne Erinnerungen weckte, da ich selbst vor wenigen Wochen dort zum ersten Mal war. Hier noch eine kleine »Insider-Info«: Die Trottellummen-Küken (schwarz-weiße Vögel) springen vom im Hintergrund abgebildeten Felsen aus dem Nest ins Meer. Die beiden in der Luft schwebenden Vögel sind Basstölpel.
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Wir hoffen, unser Newsletter die andere zeit hat Ihnen gefallen. In unserem Quiz sind die Antworten C und D korrekt. Als Stellvertreter des Bischofs von Rom verwaltete Laurentius das Kirchenvermögen und setzte es zu sozialen Zwecken ein. Nachdem der römische Kaiser Valerian Papst Sixtus II. hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius gefoltert. Er sollte den Kirchenschatz herausgeben. Stattdessen verteilte er ihn an die Gemeinde und präsentierte der Überlieferung nach eine Gruppe von benachteiligten Menschen als »den wahren Schatz der Kirche«. Daraufhin wurde er hingerichtet. Er starb am 10. August 258.
Falls Sie Ideen, Fotos oder Beiträge für einen der nächsten Newsletter beisteuern möchten, freuen wir uns darüber unter newsletter@anderezeiten.de.Herzlich Ihr Andere Zeiten-Team
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Stöbern Sie in noch mehr Texten und informieren Sie sich über unsere weiteren Aktionen und Projekte unter anderezeiten.de.
Telefonisch erreichen Sie uns unter 040 / 47 11 27 27: montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 15 Uhr
Herausgeber: Andere Zeiten e.V. - Initiativen zum Kirchenjahr Vertreten durch den Vorstand: Oliver Spies und Florian Theuerkauff Fischers Allee 18, 22763 Hamburg newsletter@anderezeiten.de Verantwortlich: Iris Macke
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