Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.
|
|
|
vom 22. August 2026 für die 35. Woche
|
|
|
Das Quiz • Andere Zeiten erleben • Eine Frage, Herr Magirius • Leserinnenbild • Der andere Ort • Rezept der Woche
|
|
|
|
|
|
Liebe Leserin, lieber Leser,
es gibt nur ein kurzes Zeitfenster im Jahr, in dem ich gerne in meinen Briefkasten schaue. Neben Rechnungen, Werbung und sonstigem Papierkram, der meist wenig Freude bringt, flattern mir vor allem in den Sommermonaten Postkarten von meinen Liebsten entgegen. Die bunten Karten wandern direkt an meine Pinnwand, die inzwischen aussieht wie ein kleines Mosaik aus verschiedenen Teilen der Erde.
Dabei steht auf so einem kleinen Stück Pappe eigentlich gar nicht besonders viel. Und wahrscheinlich weiß ich dank Smartphone längst, wo Familie und Freund:innen gerade sind, was sie gegessen haben und wie schön der Strand ist. Trotzdem freue ich mich jedes Mal über eine analoge Postkarte. Weil da jemand in seiner kostbaren Urlaubszeit kurz an mich gedacht hat. Weil mir jemand einen kleinen Teil seiner Reise schickt – nicht als Foto auf dem Display, sondern als etwas, das tatsächlich bei mir ankommt. Und weil sich Nähe manchmal erstaunlich gut auf ein Stück Pappe übertragen lässt, selbst wenn gerade hunderte Kilometer zwischen uns liegen.
So lang wie die Wege mancher Postkarten ist auch ihre Geschichte. Ihre Verbreitung wurde im 19. Jahrhundert durch zunehmende Wanderungsbewegungen und die Eisenbahn begünstigt: Immer mehr Menschen lebten fern von Familie und Freunden, gleichzeitig konnten Nachrichten schneller reisen. 1869 wurde die Postkarte, damals »Correspondenzkarte« genannt, in Österreich-Ungarn eingeführt. Nur ein Jahr später folgte sie in Deutschland. Allein am ersten Verkaufstag wurden in Berlin 45.468 Karten verkauft. Wie bei vielen neuen Kommunikationsformen gab es zunächst auch Skepsis. Man fürchtete, Dienstboten könnten die offen lesbaren Nachrichten ihrer Herrschaften mitlesen. Und überhaupt: Wenn man nur wenige Zeilen zur Verfügung habe, würde das die Sprache verhunzen! Klingt irgendwie bekannt 😉
Die Bedenken konnten den Siegeszug der Postkarte allerdings nicht aufhalten. Und bald wurde sie nicht mehr nur verschickt, sondern auch gesammelt. Ein regelrechter Postkartenboom entstand. Ich mag den Gedanken, dass wir bis heute eigentlich ganz ähnliche Dinge sammeln: schöne Ansichten, kostbare Momente und die Nähe zu unseren Liebsten.
Ihre
|
|
Nele Beste Volontärin Andere Zeiten e.V.
|
|
|
DAS QUIZ
Der 29. August gilt als Gedenktag der Enthauptung von Johannes dem Täufer. Welche besondere Aufgabe hatte er vor seinem Tod?
A. Er bereitete die Menschen auf das Kommen Jesu vor. B. Er gehörte zu den zwölf Aposteln Jesu. C. Er war der erste Bischof von Jerusalem.
(Für die Auflösung ganz nach unten scrollen)
|
|
|
LESERINNENBILD DER WOCHE
»Blumen aller Art«
DANK AN MANUELA WOHLGETHAN
|
|
|
IM GESPRÄCH
Eine Frage, Herr Magirius ...
|
|
|
Der Spätsommer hat begonnen. Noch ein paar Wochen bleiben, um die Freibadsaison zu genießen. Georg Magirius ist Theologe und Autor. Beim Schwimmen hält er sich nicht nur fit, im Freibad fühlt er sich Gott nahe.
Herr Magirius, Sie leben in Frankfurt am Main, wo lässt es sich dort am besten im Freien baden?
Ich habe zwei Lieblingsfreibäder, dazu zählt das »Stadionbad«. Das hat Terrassen zum Sitzen und das Wasser ist angenehm kühl. Ganz verschiedene Menschen kommen dorthin und es ist befreiend zu erleben, dass jeder anders ist, und jede auf ihre Weise schön. Die soziale Rolle, die man sonst spielt, fällt durch das Ablegen der Alltagskleidung weg – und auch die Hemmung sich zu zeigen wird weniger durch die Freude am Wasser.
Sie haben einmal geschrieben, dass Sie auch in einem vollen Freibad Stille finden. Wie das?
Ja, das ist großartig. In mir löst sich schon ganz viel, wenn ich reinkomme, die Schuhe ausziehe und barfuß über die Wiese laufe. Wenn ich dann auf dem Rücken schwimme, sind meine Ohren unter Wasser. Ich kann nach oben gucken, sehe in sehr alte Bäume und in den Himmel. Da finde ich Stille in der Hitze, egal, wieviel um mich herum los ist.
Fühlen Sie sich vom Wasser getragen?
Wasser ist ein Urelement. Fromm könnte man sagen, es ist ein Hinweis auf Gott.
Das müssen Sie erklären.
Wasser hat immer eine unheimliche Dimension, es kann bedrohlich sein. Im Freibad gibt es daher Bademeister, Schwimmkurse, Nichtschwimmerbecken. Unbewusst läuft immer mit: »Ich muss mich bewegen, damit ich nicht untergehe.« Diese potenzielle Gefahr ermöglicht, dass das Gefühl von Getragensein umso schöner ist. Gott ist nicht nur freundlich und schön, er hat auch die Kraft von Gefährdung und Tod. Im Wasser ist beides, da spüre ich das real. Die Bewegung des Schwimmens funktioniert nur, wenn ich mich einlasse, Vertrauen habe in das Element.
Sie empfinden beim Schwimmen ein großes »Ja«, haben Sie mal gesagt, wie haben Sie das gemeint?
Am besten spürt man das beim Brustschwimmen. Nach einem Zug strecke ich mich möglichst lang. Ich lasse mich gleiten, muss nichts tun. Den Auftrieb erlebe ich als ein Ja des Lebens oder Gottes zu mir. Das Wasser trägt. Und es lädt mich ein, mit meiner Bewegung eine Antwort zu geben. Das ist ein Zusammenspiel, das mich inspiriert. Das ist vielleicht ähnlich wie beim Beten. Ich kann Gott sagen, was er für mich tun soll. Oder ich mache einen Moment nichts, dann entsteht eine Pause und die Möglichkeit, das »Ja« zu mir zu spüren, von dem ich gehalten bin. Und zugleich empfinde ich die Weichheit, die mich umgibt.
|
|
DER ANDERE ORT HAMBURGER HALLIG
VON DAGMAR WROZ
|
|
Die Hamburger Hallig liegt im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer und ist nur wenige Kilometer vom Festland entfernt. Ihre Geschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die Hamburger Kaufleute Amsinck gründeten hier den Amsinck-Koog. Nach mehreren schweren Sturmfluten wurden die Deiche schließlich aufgegeben. So entstand die heutige Hamburger Hallig, deren Name noch an ihre Gründer erinnert.
Meine Kraftquelle liegt im hohen Norden – in Nordfriesland. Dort kann ich atmen und meinen Gedanken Weite schenken, auftanken ohne Hektik. Weil die Menschen entspannt sind, werde auch ich es.
Welche Orte erfahren Sie als Glücksorte, Kraftquellen oder Trostplätze? Welche Orte, an denen sich anderes ereignet, begegnen Ihnen auf Reisen oder im Alltag? Wir möchten in dieser Rubrik gern Ihre Orte veröffentlichen: Schicken Sie uns bitte ein Foto mit genauer Ortsangabe an newsletter@anderezeiten.de und schreiben Sie uns ein paar Zeilen dazu, was diesen Ort für Sie besonders macht.
|
|
|
REZEPT DER WOCHE
So schön wie eine Postkarte, nur noch ein bisschen leckerer, sind Segenskekse. Sie eignen sich hervorragend zum Verschenken oder zur eigenen Aufmunterung im Alltag.
Das brauchen Sie: 50 Gramm Butter 3 Eiweiß 60 Gramm Puderzucker 60 Gramm Weizenmehl 1 Prise Salz
Überlegen Sie sich Botschaften, die Sie weitergeben möchten und schreiben Sie sie auf kleine Textstreifen.
Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die Butter schmelzen, Eiweiß steif schlagen. Den Puderzucker zur geschmolzenen Butter sieben und die Masse verrühren. Das Weizenmehl und eine Prise Salz dazusieben und erneut verrühren. Den Eischnee unter die Masse heben.
Auf ein Backpapier vier Kreise mit einem Durchmesser von ca. 8 cm aufmalen. Auf die Kreise einen Teelöffel Teig geben und in der Kreisform glatt streichen. Blech in den Ofen schieben und den Keksteig etwa fünf Minuten backen.
Nach dem Herausnehmen die Kekse sofort mit einem Messer vom Papier lösen, Zettel hineinlegen und Kekse in der Mitte falten. Um die typische Glückskeksform zu erhalten, die Mitte des Kekses noch einmal quer über den Rand eines Glases drücken. Zum Abkühlen die Kekse in eine Muffinform oder ein kleines Glas legen. So falten sie sich nicht gleich wieder auf.
|
|
ANDERE ZEITEN ERLEBEN Zugegeben – dieser Test zu farblichen Übergängen hat für ganz schön viel Geschmiere auf unserem Redaktionstisch gesorgt. Aber in Übergängen läuft eben nicht immer alles glatt und planbar, zuweilen sind sie chaotisch und sehr komplex: Aufbruch und Abschied, Chance und Zumutung. Mit Übergängen aller Art hat sich Andere Zeiten-Redakteur Axel Reimann (Foto) für die neue Ausgabe unseres Themenheftes Anders Handeln beschäftigt. Darin lesen Sie von persönlichen Wendepunkten und großen gesellschaftlichen Umbrüchen, von Abschlussbällen, landwirtschaftlichem Strukturwandel, KI-Liebe und Care-Arbeit. Kleine Oasen im Heft geben Impulse zur Beschäftigung mit den Übergängen auf dem eigenen Lebenswweg. Die neue Ausgabe Anders Handeln »Übergänge« können Sie hier vorbestellen.
|
|
Wir hoffen, unser Newsletter die andere zeit hat Ihnen gefallen. In unserem Quiz ist Antwort A die richtige Wahl. Johannes der Täufer hatte die besondere Aufgabe, auf Jesus hinzuweisen und die Menschen auf sein Kommen vorzubereiten. Als »Rufer in der Wüste« forderte er die Menschen zur Umkehr auf und taufte sie im Jordan. Im Matthäusevangelium wird sein Auftrag mit den Worten beschrieben: »Bereitet dem Herrn den Weg!« (Mt 3,3).
Falls Sie Ideen, Fotos oder Beiträge für einen der nächsten Newsletter beisteuern möchten, freuen wir uns darüber unter newsletter@anderezeiten.de. Herzlich Ihr Andere Zeiten-Team
|
|
© Andere Zeiten e.V. 2026Fischers Allee 18, 22763 HamburgTelefon: 040 / 47 11 27 27
newsletter@anderezeiten.de
Kennen Sie schon unseren monatlich erscheinenden Anders Handeln-Newsletter? Die nächste Ausgabe verschicken wir am 20. September. Sie können ihn hier abonnieren.
Stöbern Sie in noch mehr Texten und informieren Sie sich über unsere weiteren Aktionen und Projekte unter anderezeiten.de.
Telefonisch erreichen Sie uns unter 040 / 47 11 27 27: montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 15 Uhr
Herausgeber: Andere Zeiten e.V. – Initiativen zum Kirchenjahr Vertreten durch den Vorstand: Oliver Spies und Florian Theuerkauff Fischers Allee 18, 22763 Hamburg newsletter@anderezeiten.de Verantwortlich: Iris Macke
|
|
|
|
|
|