Das Leben ist einfach.
Wenn ich mit Menschen über ihre Themen spreche, stelle ich immer wieder fest, dass die Belastung, die sie gerade mit sich tragen, aus einer ganz kleinen Begebenheit oder einem ganz kleinen Augenblick ihrer Kindheit entstanden ist oder sich entwickelt hat und bis heute wirkt. Dann höre ich häufig:
„Das kann ja nicht sein. Das ist zu einfach.“
Und genau darum geht es.
Nichts ist zu einfach.
Das Leben ist einfach.
Wenn ich das Wort einfach betone, dann bedeutet das nicht, dass immer alles leicht ist. Es bedeutet, dass wir Menschen das Leben oft viel komplizierter machen, als es im Grunde genommen ist.
Wir suchen immer nach etwas Größerem, nach noch einer Erklärung, vielleicht nach einer Begründung. Manche von uns suchen ein weiteres Seminar, eine weitere Ausbildung oder vielleicht eine neue Methode der Anwendung oder Behandlung.
Dabei wäre unsere Oberfläche längst sauber.
Das ist wie auf einem Bildschirm. Da ist ein kleiner Punkt, also putzen wir ihn weg. Dann entdecken wir noch einen Punkt und wischen auch diesen weg. Kurz darauf putzen wir wieder und noch einmal.
Während wir so putzen, fallen uns immer mehr Flecken auf diesem Bildschirm auf. Wir bemerken, dass durch dieses viele Betasten mit unseren Fingern oder mit dem Putzlappen plötzlich immer mehr sichtbar wird. Nicht, weil diese Flecken vorher nicht da gewesen wären, sondern weil wir angefangen haben zu suchen.
Genauso machen wir es in unserem Leben.
Wir betrachten unsere Oberfläche mit akribischer Genauigkeit. Wir graben immer tiefer, bohren immer neue Löcher und halten Ausschau nach dem nächsten Thema. Wir versuchen, alle Themen in unserem Leben aufzulösen und von uns wegzuschieben.
Dabei wäre mit einem einfachen Annehmen – und zwar dem Annehmen des Kleinen in uns – vielleicht längst alles erledigt.
Es gibt nämlich nichts Kompliziertes im Leben, außer dem, was wir selbst kompliziert machen.
Und trotzdem suchen viele Menschen immer weiter.
Manchmal passiert es jedoch, dass wir uns mit dieser Suche selbst blockieren.
Nach meinen Behandlungen verschicke ich dann sehr gerne eine meiner Meditationen. Da erscheint auf meinem Kanal ein schönes Bild, man klickt darauf und denkt sich:
„Na gut, hören wir einmal hinein.“
Vielleicht schläft man dabei sogar ein.
Und genau das ist überhaupt kein Problem.
Denn gerade dann arbeitet das Unterbewusstsein weiter. Und zwar mit dieser kleinen Sequenz, diesem einen Augenblick und dieser Erfahrung aus unserer Kindheit.
Unser Kopf darf endlich ruhig werden und diese schlummernden Dinge in uns an die Oberfläche bringen.
In diesem Moment darf die Erfahrung, die wir damals gemacht haben und die sich zu einem riesengroßen Thema in unserem heutigen Leben entwickelt hat, an die Oberfläche kommen, ans Licht treten und als „schon erlebt“ abgehakt werden.
Herzlichst
