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In meiner Arbeit mit Menschen passieren wunderbare Dinge. Die Achtsamkeit und Behutsamkeit, die der menschliche Körper dabei empfängt und empfindet, sind etwas Wunderschönes.

Immer wieder werde ich auf diese besondere Gabe angesprochen. Menschen fragen mich, woher ich diese besonderen Antworten habe oder wie man so etwas Großes empfängt.

Aber weißt du was?

So, wie man sich das vorstellt, funktioniert das Leben nicht.

Diese Gabe findet man nicht.

Du wirst von dieser Gabe gefunden.

Und zwar genau dann, wenn du bereit bist.

Aber wie funktioniert das?

Wenn man sich verschiedene energetische Lehren aneignet, in Gemeinschaften über Energien und Lebensthemen spricht oder sich mit persönlicher Entwicklung beschäftigt, dann hört man fast immer die Geschichten anderer Menschen.

Dabei geht es um Herzthemen, um Trennungen, um Verletzungen oder um Bürden.

Doch um diese Geschichten geht es nicht unbedingt in deinem eigenen Leben.

Viele Menschen denken, genau das sei ihr Thema.

Ich glaube das nicht.

Wenn mich zum Beispiel jemand verlässt, ganz egal wie, dann darf ich traurig sein. Ich darf weinen. Ich darf wütend sein. Ich darf alle meine Emotionen haben. Ich darf dabei auch an die schönen Momente denken.

Und trotz allem ist das nicht mein eigentliches Thema.

Das tiefere Thema besteht darin, dass wir uns, wenn etwas Unangenehmes geschieht, zuerst selbst die Frage nach dem Grund stellen.

Genau hier beginnt das Verstehen des Lebens.

Deshalb denke ich, dass es gefährlich sein kann, wenn wir unsere Themen nur im Außen suchen. Dann kommen wir oft gar nicht zu dem Punkt, um den es tatsächlich geht.

Manche Menschen verlieren sich dabei in unzähligen Richtungen. Sie suchen immer weiter, beschäftigen sich mit allem Möglichen und glauben, dort ihre Antworten zu finden.

Dabei passiert es leicht, dass wir uns in zu vielen Themen verrennen.

Ich bin nicht der Guru oder der Mensch, der andere bekehren oder dazu bringen möchte, etwas Bestimmtes zu tun.

Ich selbst habe erfahren, wie es ist, Antworten immer nur im Außen zu suchen.

Ich selbst habe auch Erfahrungen mit den eigenen Wahrheiten gemacht, die ich verschleiert und versteckt habe. Ich habe versucht, mir durch einen nach außen gerichteten Blickwinkel manche Dinge einzureden.

Heute glaube ich, dass viele Menschen nach etwas suchen, das sie gar nicht suchen müssten.

Das Leben ist nicht laut.

Energie ist nicht laut.

Energie bringt dich sofort zu dir selbst zurück. Ganz egal, ob du draußen in der Natur sitzt oder einfach nur ein paar Minuten still bist.

In diesen Momenten beginnt das Wesentliche.

In diesen Momenten dürfen wir beginnen, genauer hinzusehen.

Die meisten Menschen würden sich fragen:

Warum hat mich dieser Mensch verlassen?

Warum hat er sich von mir abgewendet?

Doch wenn wir beginnen, den Blick nach innen zu richten, verändert sich auch unsere Fragestellung.

Dann fragen wir:

Was ist mit mir passiert?

Was ist es, das mir immer wieder solche Erfahrungen bringt?

Wenn ich an solchen Punkten angelangt bin, die manchmal mehr und manchmal weniger heftig sind, darf ich beginnen, mich selbst zu hinterfragen.

Wenn man die eigenen Fragen verschleiert und sein Bewusstsein auf den Erfahrungen anderer aufbauen möchte, kommt man in seinem Leben nur bis zu einem bestimmten Punkt. Dort blockiert man sich durch diese Unehrlichkeit – so nenne ich das – selbst.

In dem Moment aber, in dem wir unsere Herausforderungen annehmen, schreien dürfen, wütend sein dürfen, zornig sein dürfen, tatsächlich auf den Boden des Lebens fallen und dieses Warum in uns hineinfragen, dürfen wir beginnen zu erkennen.

Zu erkennen, dass wir selbst es sind, die unseren Weg meistern.

Und genau in diesen Augenblicken, wenn wir ganz unten sind, tief in unseren Erfahrungen, vielleicht manches Mal sogar mitten in einem Zusammenbruch stecken, darf sich eine Gabe entwickeln.

Es gibt so viele Momente, die wir dazu nutzen könnten, diese Erfahrung als das anzusehen, was sie ist.

Nämlich vordergründig der Wunsch unserer Seele, all das Wissen, das sie bereits hat, als Erfahrung mit uns teilen zu dürfen.

Natürlich gelingt uns das nicht immer.

Denn was soll das für ein Liebesdienst sein, wenn wir Erfahrungen sammeln müssen, nur damit unsere Seele glücklich wird?

Doch in meinem Empfinden und in meinem Glauben an die universelle Energie ist genau das der Vertrag, den wir mit unserer Seele geschlossen haben.

Wenn wir uns ein wenig danach richten und jedes Ereignis, das uns trifft, mit dem Gedanken annehmen, dass wir diese Erfahrung jetzt machen durften und sie als „erfahren“ abhaken können, dann müssen wir sie nicht noch einmal machen.

Vielleicht klingt das alles ein wenig verwirrend.

Deshalb versuche ich es noch auf eine andere Art zu erklären.

Ich erzähle gerne in Metaphern.

Eine dieser Metaphern handelt vom Licht.

Stell dir vor, du sitzt in der prallen Mittagssonne. Gleißend helles Licht. Kein Schirm. Kein Baum. Nichts.

Nun stellst du eine Kerze auf und entzündest ihre Flamme.

Siehst du dieses Licht?

Wohl kaum.

Es braucht die Dunkelheit, um zu erkennen, wie schön diese Flamme wirklich ist.

Erst im Gegenteil von dem, was Schönheit ist, kann ich ihre wahre Kraft erkennen.

Vielleicht ist genau deshalb nicht immer nur die Sonne da.

Vielleicht gehört die Dunkelheit genauso zu unserem Leben wie das Licht.

Und vielleicht findet uns genau dort unsere besondere Gabe.

Herzlichst

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