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NEWSLETTER 1/2024:
Lebensmittelpreise in Deutschland mit am günstigsten in Europa

Trotz hoher Inflationsraten in den letzten Jahren ist Einkaufen in Deutschland für den täglichen Bedarf im Vergleich zu den grossen europäischen Nachbarländern immer noch relativ günstig. 

Das Londoner Marktforschungsinstitut Circana hat im Auftrag des Handelsblatts die Preise für Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs in den sechs Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden und Großbritannien untersuchen lassen. Das Ergebnis für Juni 2024: Die Deutschen müssen für einen Warenkorb aus 32 typischen Prudukten mit etwa 72 Euro am wenigsten ausgeben. In Fank-reich kostet das die Verbraucher dagegen 105 Euro, d.h. 45% mehr. Im Schnitt der sechs Länder müssen für die Produkte rund 83 Euro bezahlt werden.

Der wichtigste Grund hierfür laut Handelsblatt ist die Geiz-ist-geil-Mentalität der Verbraucher in Deutschland. Daneben hängt das mit der hiesigen großen Discounter-Dichte sowie dem heftigen Wettbewerb der großen Ketten zusammen. Aldi und Lidl haben in Deutschland im Lebensmitteleinzelhandel einen Marktanteil von mehr als 40%. Im EU-Durchschnitt kommen Discounter auf 20%, in Frankreich sind es nur 10%.
Quelle: Handelsblatt, 23.08.2024

Aufgrund der guten Durchschnittseinkommen und der relativ hohen Kaufkraft geben die Verbraucher in Deutschland auch in keinem anderen EU-Land einen so geringen Teil ihres Einkommens für Lebensmittel, Gesundheit und Pflege aus. Laut einer am 20.08.2024 veröffentlichten GfK-Studie war der Anteil dieser Ausgaben am privaten Konsum mit 13,4% im vergan-genen Jahr bei uns niedriger als in allen übrigen 26 Staaten. Das gilt auch für die gesamten Einzelhandels-ausgaben, die in Deutschland gerade mal 27% am Privatkonsum in 2023 ausmachen. Im europäischen Durchschnitt wenden die Konsumenten 34% für den Einzelhandel auf, so z.B. in Spanien 37% und in Frank-
reich 39%. Relativ am meisten beträgt der Einzelhandel

am privaten Konsum in Kroatien 47% und in Ungarn sogar 50%.

Das hört sich natürlich erst mal positiv an: In Deutschland muss im Schnitt für den täglichen Bedarf relativ weniger ausgegeben werden als in den europäischen Nachbarländern. Die andere Seite der Medaille ist natürlich, dass für die Erzeuger auf diese Weise weniger an Erträgen übrig bleibt. Die Wertschätzung für Lebensmittel und auch die staatlichen Vorgaben für die Produktionsbedingungen spielen hier sicher auch eine Rolle, wie der Blick nach Frankreich zeigt.

Fazit:
  • Trotz drastisch gestiegener Lebensmittelpreise um +30,4% seit Januar 2021 sind die Preise für den täglichen Bedarf in Deutschland im europäischen Vergleich immer noch relativ günstig.
  • Die Deutschen (müssen) für den täglichen Einkauf (Lebensmittel, Gesundheit/Pflege) im Verhältnis zu ihren privaten Konsumausgaben in Europa am wenigsten ausgeben.
  • Das hängt neben den günstigen Preisen aber auch an dem relativ hohen Durchschnittseinkommen und den Konsumgewohnheiten in Deutschland: Wir legen einfach auch weniger Wert auf (hochwertige) Lebensmittel und geben mehr aus für Reisen, Essen gehen, Unterhaltung etc. - aber auch notgedrungen fürs Wohnen.     
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